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Bischofshofen 2012 – Schlierenzauers Traum erfüllt sich

on Jan 6, 12 • by • with No Comments

Die Tournee im Rückblick  Es war keine Werbung für den Skisprung-Weltcup und auch Bischofshofen erntet keinen Ruhm. Einem aber kann das völlig egal sein – dem Österreicher Gregor Schlierenzauer. Mit dem Gewinn der 60. Vierschanzentournee hat er sich seinen Kindheitstraum erfüllt. Simone Weibrecht war vor Ort...
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Die Tournee im Rückblick 

Es war keine Werbung für den Skisprung-Weltcup und auch Bischofshofen erntet keinen Ruhm. Einem aber kann das völlig egal sein – dem Österreicher Gregor Schlierenzauer. Mit dem Gewinn der 60. Vierschanzentournee hat er sich seinen Kindheitstraum erfüllt. Simone Weibrecht war vor Ort in Bischofshofen und hat Ihre Eindrücke zusammengefasst.

Die Tournee 2011/12 hatte schon etwas besonders. Zunächst war da die Geschichte mit dem Millionen Jackpot – der erwartungsgemäß dann doch nicht vergeben werden musste. Das Auftaktspringen in Oberstorf – mit dem Sturz von Tom Hilde – widrigsten Verhältnissen – abgebrochenen Durchgängen und schließlich einem Gregor Schlierenzauer, der das Springen gewann – das er eigentlich schon verloren hatte (er profitierte vom Neustart) – und damit den Grundstein zum Gesamtsieg legte. Garmisch – als ein enttäuschter Martin Schmitt die Tournee vorzeitig beenden musste und Innsbruck, als Andi Kofler triumphierte (weil er die besten Bedingungen aller Springer hatte) und Simon Ammann die Tournee für sich beendete. Knapp 20 Punkte hatte Schlierenzauer vor dem letzten Springen nun Vorsprung und sein Traum schien greifbar.

Am 6.1. dann Bischofshofen. Der krönende Abschluß der Tournee. Aber eine Veranstaltung, die Millionen Fernsehzuschauer hat, bei denen die Veranstalter sicher auch ein ordentliches Stück vom großen Kuchen der Einnahmen hat, die hat einfach eine bessere Organisation verdient. Es hatte geschneit in Österreich. An sich ja nichts ungewöhnliches. Der Winterdienst hatte dies offensichtlich verschlafen – denn zur Mittagszeit waren die Straßen noch nicht einmal ansatzweise geräumt. Der Weg zum Stadion war ein einziger Eiskunstlauf. Dass die Stimmung im Stadion dennoch prächtig war, war sicher auch der Tatsache geschuldet, dass mit Schlierenzauer, Morgenstern und Kofler gleich drei Österreicher in der Wertung vorne lagen (und in dieser Reihenfolge auch das Podest belegten).

Die Qualifikation war schon am Vortag ausgefallen – wegen Schneefalls. Aber auch deswegen, weil Bischofshofen die technischen Voraussetzungen fehlten, eine Anlaufspur optimal zu präparieren. Die für 15 Uhr angesetzte Qualifikation am Wettkampftag – ein Opfer des Schnees. Der letzte Bewerb der Vierschanzentournee verlangte sowohl den Organisatoren als auch den Einsatzkräften alles ab. Immer wieder gab es heftige Schneefälle, Wind und eben besagte Schwierigkeiten in der Anlaufspur. Der tschechische Skispringer Lukas Hlava stürzte im Auslauf schwer und musste ins Krankenhaus gebracht werden.
Ein Durchgang konnte dann doch noch zu Ende gebracht werden. Thomas Morgenstern vor Anders Bardal und Gregor Schlierenzauer.. Dann wurde es später und später. Gegen 19 Uhr wurde dann der Abbruch erklärt – von FIS Sportdirektor Walter Hofer – der selbst noch am Schanzentisch war und versuchte mitzuhelfen, das Schneechaos zu beseitigen. Es half alles nichts. Ein zweiter Durchgang war an diesem Tag nicht mehr durchzuführen. Es war die richtige Entscheidung – ein gebrochenes Nasenbein von Lukas Hlava tat sein übriges dazu.

Mit Gregor Schlierenzauer hat dennoch der richtige – der derzeit beste Sportler diese Tournee gewonnen. Ein Mann mit 22 Lenzen, der fast alles erreicht hat in seinem Sportlerleben. Olympiasieger (okay – bislang „nur“ im Team), Weltcupgesamtsieger, 38 Weltcupsiege, Weltmeister im Skifliegen. Und nun auch Sieger der Vierschanzentournee. Ein Großer seines Sports.

Am Ende dieser 60. Vierschanzentournee steht allerdings nicht nur das Bild des nach der Landung jubelnden Gesamtsiegers – sondern auch das Bild von Walter Hofer, dem Renndirektor des Weltskiverbandes FIS, der die Arme kreuzte und somit das Signal zum Abbruch gab.

Simone Weibrecht – 9.01.2012

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