Oberstdorf – fest in NORWEGISCHER HAND

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Nachdem Schonach den Weltcup aufgrund von Schneemangel absagen musste, erklärte sich Oberstdorf im Allgäu dazu bereit einzuspringen. Für den Ort und die unzähligen freiwilligen Helfer gab es also keine Verschnaufpause; erst die Vier-Schanzen-Tournee, dann Tour de Ski, im Februar Skifliegen usw. und jetzt noch...
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Nachdem Schonach den Weltcup aufgrund von Schneemangel absagen musste,
erklärte sich Oberstdorf im Allgäu dazu bereit einzuspringen.

Für den Ort und die unzähligen freiwilligen Helfer gab es also keine Verschnaufpause; erst die Vier-Schanzen-Tournee, dann Tour de Ski, im Februar Skifliegen usw. und jetzt noch innerhalb von wenigen Tagen alles mobilisieren und organisieren, damit Training und Wettkampf der Kombinierer ausgetragen werden konnte. Respekt!

Der Freitag ließ sich gerade für die Deutschen Sportler und Fans gut an, drei Deutsche waren nach dem Provisorischen Wettkampfsprung unter den Top Ten, unter ihnen Eric Frenzel, Tino Edelmann und Lokalmatador Johannes Rydzek. Einen bitteren Beigeschmack hatte der Tag allerdings, der Norweger Magnus Krog verkantete beim Aufsprung seine Ski und stürzte. Mit Verletzungen an Schulter und Halswirbelsäule wurde er ins nächste Krankenhaus gebracht. Der norwegische Skiverband spricht mittlerweile von 5 -6 Wochen Pause! NJW wünscht Magnus auf diesem Wege noch einmal gute Besserung!!

Am Samstag stand ein Teamwettkampf an, der einzige in diesem Winter wohl gemerkt! Aus jedem Land wurden vier Sportler ausgewählt, wie auch im Einzel hatte jeder nur 1 Sprung um sein Können zu zeigen. Auf der Loipe musste dann jeder 5 Kilometer laufen bevor er, wie bei einer Staffel, an einen Landsmann abgab. Nach dem Springen führte das Österreichische Team, dicht gefolgt von Norwegen und Deutschland; Frankreich als Vierter in Lauerposition. Von den 11 Nationen die noch beim Sprung beteiligt waren, verzichteten Japan und Russland auf den Langlauf.

Als erster ging Willi Denifl auf die Loipe, der herausgesprungene Vorsprung von 15 Sekunden war schon nach den ersten 2,5 km dahin. Die drei wechselten aber nahezu zeitgleich. Christoph Bieler konnte das Tempo von Mikko Kokslien und Fabian Rießle nicht halten. Dann übernahmen Jan Schmid und Eric Frenzel die Führungsarbeit, Mario Stecher konnte wieder aufschließen. Die Franzosen lagen zu diesem Zeitpunkt über eine Minute zurück.

Als Schlussläufer gingen für die führenden Teams Tino Edelmann, Joergen Graabak und Bernhard Gruber ins Rennen. Doch man war sich nicht besonders einig, keiner wollte die Führungsarbeit länger übernehmen und so wurden die Drei immer langsamer – die Chance für den Franzosen Jason Lamy Chappuis.  Als es auf den letzten Anstieg am Burgstall zuging, hatte er aufgeschlossen, doch die Kraftreserven langten nicht mehr aus um sich am Zielsprint zu beteiligen. Alles sah nun nach einem österreichischen Sieg aus, Bernhard Gruber hatte die Verfolger beim letzten Aufstieg und bei der Abfahrt gut in Schach halten können. Eine kleine Unachtsamkeit von ihm und der sichere Sieg war dahin, er stürzte. Graabak und Edelmann zogen an ihm vorbei, wobei der Norweger mit nur wenigen Zentimetern Vorsprung als erster übers Ziel fuhr. Wie 2005 hörte man es anschließend immer wieder! Damals stand auch Team Norwegen auf dem Podest! Anschließend meinte Magnus Moan noch, wir sind alle für Magnus Krog gelaufen, wir wollten für ihn gewinnen!!

Am Sonntag stand, bei böigem Wind und Schneefall, ein Einzelwettkampf an.
Nach dem Springen führten die beiden Österreicher Christoph Bieler und Bernhard Gruber gefolgt von Tino Edelmann.
Der spätere Sieger Mikko Kokslien startete als 14. mit über 1 Minute Rückstand ins Rennen, aber in unmittelbarer Nähe zu dem ebenso laufstarken Landsmann Magnus Moan. Eine 14-mann große Spitzengruppe hatte sich nach etwa der Hälfte der Laufstrecke zusammen geschlossen. Hier leistete vor allem Moan die Führungsarbeit, wie er später verriet war seine Taktik sich nach vorne durchzuarbeiten und dann vom Feld abzusetzen nicht aufgegangen.

In der wirklich packenden Schlussrunde setzen sich die zwei Norweger und Björn Kircheisen an die Spitze. Der Deutsche übernahm die Führungsarbeit, die beiden anderen konnten aus dem Windschatten heraus einen perfekten Zielsprint hinlegen. Am Ende siegte Mikko Kokslien vor Magnus Moan und Björn Kircheisen.
Für den 26jährigen war es nach dem Heimsieg 2010 in Lillehammer der zweite Weltcuperfolg. Er ist stolz, ein Teil dieses tollen norwegischen Teams zu sein. Mikko meinte, er wisse sehr wohl das Moan die meiste Führungsarbeit geleistet habe und er sei ihm sehr dankbar dafür.
Auch weiß er wie der Sieger beim nächsten Rennen heißen wird: Magnus Moan!!

Christina Späthling – 10.01.2012

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