Oslo – Das Finale in der Nordischen Kombination

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„an nichts denken und versuchen das Beste zu geben“ … wohl ein wahrer Gedanke, vor allem wenn man sich die Toplaufleistungen der Jungs anschaut.Bereits Donnerstag hatten die Sportler die Chance auf der kleinen HS 106 Schanze zu trainieren. Freitag auf dem Midtstubakken, man hätte meinen können wir befinden uns...
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„an nichts denken und versuchen das Beste zu geben“

… wohl ein wahrer Gedanke, vor allem wenn man sich die Toplaufleistungen der Jungs anschaut.Bereits Donnerstag hatten die Sportler die Chance auf der kleinen HS 106 Schanze zu trainieren. Freitag auf dem Midtstubakken, man hätte meinen können wir befinden uns Ende Februar 2011 – Nebel (wie bei der WM im letzten Jahr).

Der Bürgermeister von Oslo meinte hierzu nur trocken, ein Nebeltag muss immer dabei sein. Am besten kämpfte sich der Japaner Akito Watabe durch das „nichts“ und schaffte es auf 107 Meter. Gefolgt von Tino Edelmann und Bernhard Gruber; bester Norweger war Gudmund Storlien auf Platz Vier. Der Weltcupführende Jason Lamy Chappuis landete bei 91 Metern und belegte damit Platz 31. In Zeiten ausgedrückt bedeutete dies, Jason durfte erst 2 Minuten nach seinem stärksten Konkurrenten auf die Laufstrecke. Wie stark der Japaner in der Loipe ist, hat er diesen Winter schon des Öfteren bewiesen, denkt man nur an den Start-Ziel-Sieg in Predazzo.

So galt es sich das Rennen gut einzuteilen, was bei den weichen und dadurch sehr schweren Schnee sehr schwierig war; dennoch zog der 23jährige sein Tempo durch, baute zwischenzeitlich seinen Vorsprung sogar auf über eine halbe Minute, auf das Verfolgerduo Edelmann und Gruber aus. Drei Kilometer benötigte der Norweger Mikko Kokslien um zu dem Duo aufzuschließen, beachtlich war er doch mit fast 40 Sekunden hinter den beiden an den Start gegangen. Mikko zog an den beiden vorbei, Bernhard konnte das Tempo mitgehen, Tino musste abreisen lassen. Ziel von Mikko war es Akito „zu schnappen“, das dies aber nicht zu schaffen war merkte er in der letzten Runde. Der Norweger und der Österreicher lieferten sich ein Finish um den zweiten Platz, welches nicht spannender hätte sein können. Am Ende ging der zweite Platz an Mikko, der dadurch wieder die beste Laufleistung im gesamten Feld inne hatte. Durch den Sieg von Akito Watabe und dem nur 23. Platz von Jason L. Chappius wurde die Gesamtweltcupführung noch einmal sehr spannend.

Würde der Franzose gewinnen, so wäre es sein dritter Gesamtweltcup, würde Akito Watabe siegen, so wäre es nach 17 Jahren das zweite mal das ein Japaner die Saison für sich entscheiden hätte können.

Samstag am Holmenkollbakken

Der Geburtstag von Mikko Kokslien – ob er sich wohl sein größtes Geschenk selbst machen und als Sieger vom Holmenkollen in den verdienten Urlaub gehen würde? Würden die Nerven von Jason diesen Druck, vorne dabei sein zu müssen stand halten? Kurz gesagt – ein wahres Finale Grande. Die FIS hatte sich dazu entschieden zum Finale auf die alte Wettkampfform zurück zugreifen; heißt die besten 30 des Weltcups durften zweimal springen, danach sollte ein klassischer Gundersenlauf absolviert werden. Daraus wurde leider nichts, die Sonne machte der Anlaufspur zu schaffen und so musste Mitte des zweiten Durchgangs abgebrochen werden; dies schaffte etwas Unruhe unter den Teams. Lasse Ottesen erklärte die Entscheidung der FIS mit klaren Worten, es hätte so kein regulärer Wettkampf statt finden können; gegen solche extremen Temperaturen kann keiner etwas ausrichten.
So kam es das wieder ein Japaner als erstes auf die Laufstrecke ging, Taihei Kato. Er hatte 38 Sekunden Vorsprung auf Tino Edelmann, dicht gefolgt vom Ami Bryan Fletscher und Gudmund Storlien. Akito Watabe ging mit über 1 Minute Rückstand als Neunter ins Rennen, Jason L. Chappuis mit 1:48 Rückstand als 16 und das Geburtstagskind Mikko als 17.

Nach 6,6 Kilometern hatte Bryan zu dem Japaner aufgeschlossen und zog vorbei.
Der Ehrgeiz hier am Holmenkollen gewinnen zu können hat mich weiter angetrieben und so hab ich es geschafft meine Führung vor Mikko Kokslien zu halten. Mikko, der eigentlich nur ein gutes Rennen machen wollte……entschied sich nach Runde 3, das noch viel mehr drin sein könnte und preschte weiter zielstrebig nach vorne. Am Ende schluckte er sogar noch den Japaner, doch vor bis zu dem Ami schaffte er es nicht. Es schien als habe Bryan auf der Zielgeraden noch einen Extragang eingelegt und so begnügte er sich eben mit Platz zwei. Drittplatzierter wurde Taihei, er widmete seinen Sieg sogleich den Menschen in seiner Heimat – ein Jahr nach der Erdbebenkatastrophe in Fukushima. Aber da war ja noch die Frage um den Gesamtweltcup offen….nun Jason hatte das Glück direkt vor Mikko in die Loipe zu starten, konnte so in dessen Sog lange mitlaufen und schaffte es am Ende auf einen beachtlichen 8 Platz.

Der Japaner kam zwar kurz vor ihm ins Ziel, doch langten die Punkte für den Franzosen um sich den Gesamtweltcup zu sichern. 1.274 Punkte hatte er am Ende, 72 Punkte mehr als Akito Watabe, Mikko Kokslien ergatterte mit 981 Punkten noch Platz Drei. Den „Nations Cup“ holte sich mit 4.903 Punkten das Team aus Norwegen, genau 794 Punkte mehr als Team Deutschland.

16.03.2012 cs

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