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Es ist schön über sich als Weltmeister zu lesen

on Jan 22, 13 • by • with No Comments

Ein Interview mit Eric Frenzel Klingenthal. Mit seinem Doppelsieg in Seefeld hat sich Eric Frenzel (24, WSC Erzgebirge Oberwiesenthal) eindrucksvoll in der Weltspitze zurück gemeldet. Pünktlich zu seinem Heimspiel in der Vogtland Arena am kommenden Wochenende und den Weltmeisterschaften ab Ende Februar ist der...
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Ein Interview mit Eric Frenzel

Klingenthal. Mit seinem Doppelsieg in Seefeld hat sich Eric Frenzel (24, WSC
Erzgebirge Oberwiesenthal) eindrucksvoll in der Weltspitze zurück gemeldet.
Pünktlich zu seinem Heimspiel in der Vogtland Arena am kommenden Wochenende
und den Weltmeisterschaften ab Ende Februar ist der Sportsoldat wieder in
Topform. Im Interview mit VSC-Pressesprecher Sascha Brand erzählt er von
seinen Erwartungen an die nächsten Wochen und verrät einiges über das
Familienleben als Spitzensportler und junger Vater.

Eric, was hat sich für Dich seit deinem Weltmeistertitel von Oslo geändert?
Wie fühlt es sich an, als Titelverteidiger zur nächsten WM zu fahren?

Eric Frenzel: Eigentlich hat sich in meinem Sportlerleben mit dem
Weltmeistertitel nicht wirklich viel verändert, ich muss immer noch genauso
hart trainieren wie alle anderen auch! Aber es ist natürlich schön, über
sich als Weltmeister zu lesen oder als Weltmeister angekündigt zu werden.
Das erfüllt mich schon auch mit Stolz. Bei der WM in Val di Fiemme wird dann
sicher sehr auf mich geschaut werden, so ist das immer mit den
Titelverteidigern. Davon möchte ich mich aber nicht unter Druck setzen
lassen. Ich weiß, dass an diesem einen Tag alles passen muss, um als
Weltmeister aus dem Wettkampf hervor zu gehen. Das kann man nicht erzwingen.
Die Titelkämpfe in Oslo sind für unser gesamtes Team unglaublich erfolgreich
verlaufen, man kann fast nicht erwarten, dass wir das dieses Jahr
wiederholen werden. Mein Ziel ist es daher, gut abzuschneiden und wenn alles
optimal läuft, auch meinen Titel zu verteidigen. Ich möchte auf den Punkt
genau das zeigen, was ich kann. Und auf die Herausforderung freue ich mich
schon.

Wie schätzt Du mit Blick auf die WM den bisherigen Saisonverlauf ein? Ist
alles planmäßig?

Eric Frenzel: Wir haben uns zu Beginn der Saison sprungtechnisch nicht auf
dem Niveau präsentieren können, das wir eigentlich von uns erwartet hatten.
Darum haben wir in den vergangenen Wochen ganz schön hart gearbeitet.
Mittlerweile steigt die Leistungskurve an und kommt dem Level, auf dem wir
uns auch bei der WM bewegen möchten, immer näher. Natürlich machen wir immer
noch kleine Fehler, die es zu beheben gilt, aber das ist auch gut so, sonst
würde die Motivation fehlen, weiterhin akribisch zu trainieren.

Gab es seit dem Wechsel von Sprungtrainer Andreas Bauer zu den
Skispringerinnen Veränderungen im Trainingsalltag?

Eric Frenzel: Das ist schwer zu sagen, denn natürlich wird das Skispringen
nicht plötzlich neu erfunden, so dass sich alles verändert. Auch unser
derzeitiges Trainer-Team legt Wert auf Dinge, die Andi Bauer uns schon immer
ans Herz gelegt hat. Da Ronny Ackermann vor nicht allzu langer Zeit selber
noch aktiv war und daher dem Sport noch sehr nahe ist, erklärt er uns viel
über das Gefühl. Er versucht uns zu vermitteln, was wir in welcher Phase des
Sprungs fühlen sollten. Das ist ein neuer Ansatz, der mir persönlich sehr
gut gefällt und auch weiterhilft.

Spielen die Olympischen Spiele in Sotchi schon irgendeine Rolle für Dich
oder planst Du „von Wettkampf zu Wettkampf“?

Eric Frenzel: Im Moment spielt die WM die größte Rolle. Mit Sotchi befasse
ich mich noch nicht aktiv, auch wenn die Olympischen Spiele immer mal wieder
Gegenstand der Überlegungen unserer Trainer sind. Da steht schon mal die
Frage im Raum, wo wir uns im kommenden Jahr auch wegen der Höhenlage in
Russland am besten vorbereiten sollten. Das eigentliche Training wird aber
sowieso immer dem olympischen Zyklus angepasst, denn wenn man erst im Sommer
vor den Spielen mit der Vorbereitung beginnen würde, führte das nicht zum
Erfolg. Es braucht einige Jahre, um ein hohes Leistungsniveau zu erreichen
und zu halten.

Welche Zielsetzungen hast Du für den Heim-Weltcup in Klingenthal und für die
Weltmeisterschaften?

Eric Frenzel: In Klingenthal möchte ich meine Leistungen, die ich seit
Beginn des Jahres gezeigt habe, bestätigen und zur WM hin möchte ich diese
noch verbessern. In der Vogtland Arena steht eine meiner Lieblingsschanzen
und dort habe ich eigentlich immer gute Wettkämpfe abgeliefert. Das möchte
ich in diesem Jahr vor heimischem Publikum natürlich wieder schaffen.

Wie organisiert man als junger Vater, der im Winter viel in der Welt
unterwegs ist, ein „normales“ Familienleben?

Eric Frenzel: Das Organisieren übernimmt in erster Linie meine Freundin,
denn wenn ich unterwegs bin, kann ich unmöglich wichtige Dinge für zu Hause
regeln. Wenn ich aber daheim bin, bringe ich mich voll mit ein und genieße
die Zeit mit meinen Zweien. Ich versuche natürlich, meiner Freundin auch
Sachen abzunehmen, damit sie mal durchschnaufen kann. Wenn ich nicht gerade
beim Training bin, beschäftige ich mich viel mit meinem Sohn. Wir sind sehr
zufrieden, wie es läuft.

 

 

 

 

Foto: Deutscher Skiverband

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