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20 Jahre Weltcup – Mario Stecher im Interview – NJW exklusiv

on Jul 11, 13 • by • with No Comments

Am 6. Dezember 1993 gab ein gerade einmal 16 Jahre junger Sportler aus der Steiermark sein Debüt im Weltcup. Nicht einmal einen Monat später holte er sich den Sieg in Oslo, auf dem legendären Holmenkollen. Knapp 20 Jahre später ist Mario Stecher immer noch dabei im Weltcup der nordischen Kombination....
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Am 6. Dezember 1993 gab ein gerade einmal 16 Jahre junger Sportler aus der Steiermark sein Debüt im Weltcup. Nicht einmal einen Monat später holte er sich den Sieg in Oslo, auf dem legendären Holmenkollen. Knapp 20 Jahre später ist Mario Stecher immer noch dabei im Weltcup der nordischen Kombination. NORDICJUMPWORLD sprach mit dem fünfmaligen Olympiateilnehmer, 2-fachen Olympiasieger, Doppelweltmeister und 12-maligem Weltcupsieger.

Hallo Mario, kurz nach Ende der Saison hast du dich noch im März einer Knieoperation unterzogen. Wie läuft die Regeneration? Wann kannst du mit dem Aufbautraining beginnen?

Stimmt! Ich hatte Anfang März eine Kreuzbandoperation. Die ersten sechs Wochen durfte ich das Bein weder belasten noch bewegen. Danach habe ich langsam mit der Therapie begonnen. Seit vier Wochen sitze ich jetzt auf dem Fahrrad und seit eineinhalb Wochen bin ich auch auf den Schirollern unterwegs.

Den Sommergrandprix wirst du aber wohl auslassen? Wann schätzt du realistischerweise deinen persönlichen Saisonstart ein?

Ich hoffe, dass ich im September meine ersten Sprünge absolvieren kann. Und dann muss ich einfach das machen, was mir mein Knie sagt!

Eine Einzelmedaille bei den olympischen Spielen in Sochi 2014 ist dein erklärtes Ziel. Eric Frenzel, Bill Demong, Jason Lamy Chappius, Bernhard Gruber um nur einige zu nennen wollen die sicher auch. Wen schätzt du als härtesten Konkurrenten ein?

Die Spitze in der Nordischen Kombination ist mittlerweile sehr dicht und es gibt sehr viele die das Zeug dazu haben eine Medaille zu gewinnen – die genannten gehören bestimmt dazu. Man braucht auch etwas Glück!

Sochi wäre deine sechste Olympiade. Malen wir einfach das schöne Bild: Stecher holt Gold von der Großschanze in Sochi. Denkst du dann über ein Karriereende nach?

Das kann ich jetzt noch nicht sagen! So lange es mir Spaß macht und ich das Gefühl habe mit der Konkurrenz mithalten zu können werde ich weiter machen.

Hast du Dir schon Gedanken über das Leben danach gemacht?

Ich habe letztes Jahr ein Sportmanagement Studium begonnen. Ich werde auf jedem Fall dem Sport treu bleiben und freue mich schon auf mehr Zeit mit meinen zwei Jungs!

In 20 Jahren Leistungssport auf höchstem Niveau hast du zahlreiche Erfolge feiern können. Welches war dein schönster Triumph?

Jeder Erfolg für sich war etwas Besonderes! Aber in Anbetracht der Umstände war der Vizeweltmeistertitel des vergangenen Winters schon sehr schön!

In Deutschland ist die nordische Kombination die Vorzeigedisziplin des Skiverbands. Ronny Ackermann, Eric Frenzel, Johannes Rydzek und viele mehr prägen das Bild auch aufgrund ihrer stetigen Erfolge. Hierzulande kann da nur der Biathlonsport mithalten. Wie ist die Disziplin in Österreich einzuordnen? Die Konkurrenz mit den Alpinen und den Skispringern ist ja immens.

Das stimmt die Konkurrenz ist groß. Aber in den letzten Jahren wurden immer mehr Bewerbe auch im ORF übertragen. Auch auf Grund der spannenden, knappen Entscheidungen bei den Großveranstaltungen, ist die Aufmerksamkeit und die Beliebtheit unseres Sports auch in Österreich gestiegen!

Wie sieht es mit dem Nachwuchs in Österreich aus? Welches Potenzial siehst du für dein and und deine Sportart?

Potenzial ist da, man darf nur nicht übersehen, dass die Jungen auch im Schispringen top sein müssen.

Wie war das mit dem Wechsel der Skifirma? Deine Aussagen, die Kombinierer erhielten nicht immer das beste Material sorgte ja für allerhand Wirbel. Hast du den bewußt provoziert? Die Firma Fischer war ja nicht sonderlich davon angetan.

Ich hatte schon länger Problem gutes Material zu bekommen. Fischer ist eine Topfirma mit super Material, aber wenn du weißt dass du das nicht bekommst läuft irgendwann das Fass über. Bei der WM wurden dann immer wieder unsere Serviceleute kritisiert für das schlechte Material verantwortlich zu sein, und dies konnte ich nicht so stehen lassen!

Zurück zu Olympia. Lillehammer 1994 ist nach wie vor das Maß aller Dinge in Sachen Winterspiele. Wohl auch wegen der einzigartigen Stimmung. Es war deine erste Olympiade. Jeder Sportler hat aber seine eigenen Highlights. Welcher olympische Moment steht für dich ganz oben auf deiner persönlichen Rangliste?

Lillehammer war für mich als noch sehr junger Athlet unglaublich. Diese Massen und diese Stimmung sind nicht zu übertreffen. Die Momente in Turin und in Vancouver als ich unser Team als Schlussläufer jeweils zu Olympiagold führen durfte waren aber auch einzigartig.

Du gilst immer noch als ein etwas besserer Springer als Läufer. Wo siehst du deine Verbesserungsmöglichkeiten. Welche Trainingsschwerpunkte hast du dir für die kommende Saison gesetzt?

Ich glaube ich bin mittlerweile sehr ausgeglichen und kann auch mal im Laufen eine Bestzeit laufen. Bei mir kommt es aber definitiv darauf an, dass ich mich auf der Schanze wohl fühle und dass mein Knie mitspielt!

Zum Abschluß noch die Frage nach deiner ganz persönlichen Schlagzeile, die du gerne über dich lesen würdest.

Mario Stecher, ein erfolgreicher Sportler und Vorbild für jung und alt!

Danke für das Interview, Mario. Das Team von NORDICJUMPWORLD wünscht dir eine schnelle Genesung und alles gute für die Olympiasaison!

Mario Stecher startet für den WSV Eisenerz und ist seit 1991 im ÖSV-Team. Er ist unter den Kombinierern als ein starker Springer bekannt. Am 4. Dezember 1993 gab er sein Debüt im Weltcup und belegte den 7. Rang. Gleich bei seinem zweiten Rennen feierte er seinen ersten von bisher zwölf Weltcupsiegen und war damit 1994 mit 16 Jahren der jüngste Sieger am Holmenkollen. Bisher nahm er fünfmal an Olympischen Spielen teil, 1994 in Lillehammer, 1998 in Nagano (4. Platz Mannschaft, 8. Platz Einzel), 2002 in Salt Lake City (Bronze mit der Mannschaft, 6. Platz im Einzel), in Turin 2006 (Gold mit der Mannschaft) und in Vancouver 2010 (Gold mit der Mannschaft). Seit 7. Juni 2008 ist er mit der ehemaligen Skirennläuferin Carina Raich verheiratet. Sie haben zwei gemeinsame Söhne.

 

(c) Nordicjumpworld – Johannes Markus Stettner/ Simone Weibrecht

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