no more “three times 4th place“. Akito Watabe im Interview

on Okt 10, 14 • by • with No Comments

Sochi 2014. Olympisches Finale in der nordischen Kombination. Akito Watabe und Eric Frenzel führen die Konkurrenz an. Erst auf den letzten Metern kann sich Frenzel entscheidend absetzen und sich sein erstes Olympiagold sichern. Watabe gewinnt Silber und jede Menge Sympathien. Seit 2006 im Weltcup hält sich der...
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Sochi 2014. Olympisches Finale in der nordischen Kombination. Akito Watabe und Eric Frenzel führen die Konkurrenz an. Erst auf den letzten Metern kann sich Frenzel entscheidend absetzen und sich sein erstes Olympiagold sichern. Watabe gewinnt Silber und jede Menge Sympathien. Seit 2006 im Weltcup hält sich der Japaner seit drei Jahren in der absoluten Weltspitze und gehört definitiv zu den „Top Five“ in der Szene der nordischen Kombination. Höchste Zeit sich mit dem Aushängeschild der japanischen Kombinierer zu unterhalten.

 

Hallo Akito. Wir habe dich diesen Sommer vermisst. Welche Gründe hatte es, dass du nicht am Sommer Grand Prix  teilgenommen hast?

Watabe: Ich war im Frühjahr sehr beschäftigt. Pressetermine, eine Preisverleihung, Arbeit für die Sponsoren und so weiter. Und ich brauchte Zeit zum trainieren. Daher habe ich mit meinem Coach vereinbart den Sommer Grand Prix auszulassen.

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Die deutschen Athleten um Frenzel und Rydzek haben diesen Wettbewerb dominiert. Hier hättest du die Chance gehabt dich mit den weltbesten Kombinierern zu messen. War es im nachhinein betrachtet ein Fehler, nicht nach Europa zu fliegen?

Watabe: Ja, ich habe die Ergebnisse im Internet mitverfolgt. Die deutschen Jungs hatten eine beeindruckende Performance. Besonders Rydzek war sehr stark. Ich glaube aber nicht, dass es ein Fehler war in Japan zu bleiben. Natürlich wollte ich mich mit den Besten messen, ich war aber im August noch nicht so weit. Der Sommer Grandprix ist nicht mein Ziel. Der Winter ist viel wichtiger.

 

Du wurdest Dritter im Gesamtweltcup, Zweiter bei Olympia und hast zum Saisonabschluss in Falun einen großartigen Sieg herausgeholt. Die letzte Saison ist für dich fantastisch gelaufen. Wo liegen die Trainingsschwerpunkte für die kommende Saison und wo siehst du dein Verbesserungspotential?

Watabe: Die letzte Saison war sicher eine großartige für mich. Ich habe nun viel an der Sprungtechnik gefeilt. Ich weiß, das ist ein leichter Weg um bessere Resultate zu erzielen. Ich bin nicht der beste Sprinter. Daher brauche ich einen Vorsprung nach dem Springen um den schnellen Langläufern zu entkommen. Als nächstes werde ich auch einen Schwerpunkt im Training auf den Sprint legen, der mein schwacher Punkt ist. Bei der WM 2013 in Val de Fiemme wurde ich dreimal Vierter. Dabei habe ich in jedem Rennen auf der letzten Geraden die Medaille verloren. Es war bereits ein hartes Stück Arbeit mich hier zu verbessern. In der letzten Saison habe ich aber bereits einen Sprintwettbewerb gewonnen. Mein Schwachpunkt bessert sich demnach langsam aber stetig.

 

Das Finale bei den olympischen Spielen gegen Eric Frenzel war faszinierend. Was war „die Kleinigkeit“ die fehlte um den Sieg zu erringen?

Watabe: Eric hat längere Beine als ich. Im Ernst: Ich wusste dass er im letzten Sprint stärker ist als ich. So habe ich versucht am letzten Berg davonzuziehen. Ich dachte ich hätte eine Chance zu gewinnen wenn er nicht mehr direkt hinter mir wäre. Aber er blieb an mir dran und hatte eine unglaubliche Willensstärke. Da musste ich mich komplett geschlagen geben.

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Nach dem Gewinn der Silbermedaille hattest du sicher jede Menge Pressetermine. Wie populär ist die nordische Kombination in Japan?

Watabe: Als Kenji Ogiwara noch im Weltcup aktiv war, hatte die nordische Kombination hierzulande einen hohen Stellenwert. Nach seinem Rücktritt haben die Menschen die Sportart langsam aus den Augen verloren. Jetzt stehen wir wieder im öffentlichen Focus. Ich erwarte mir nicht viel, aber ich hoffe, dass es besser wird als zuvor.

 

In dieser Saison wird der Weltcup Station in Japan machen. Freust du dich darauf die Sportler in Sapporo begrüßen zu dürfen?

Watabe: Es ist wirklich aufregend ein Heimrennen in Sapporo zu haben. Wir hatten hier seit dem Winter 2007 keinen Weltcup mehr. Und ich denke, dass mindestens die Hälfte der Athleten noch nie in Japan war. Ich hoffe es sehr, dass viele Athleten in mein Land kommen und die außergewöhnliche Kultur genießen werden. Natürlich werde ich dort mein Bestes geben und versuchen den Sieg zu erringen.

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Welches Ziel hast du dir für diesen Winter gesetzt? Und wen siehst du als deinen größten sportlichen Gegner?

Watabe: Mein Hauptziel ist der Gewinn einer Medaille bei der Weltmeisterschaft in Falun. Und möglichst nicht wieder drei vierte Plätze. Mein größter Mitstreiter ist Johannes Rydzek. Er hat jeden Wettkampf im Sommer gewonnen und ist in einer großartigen Form. Ich freue mich wirklich sehr darauf, wenn die Saison startet.

Das Team von NORDICJUMPWORLD wünscht Dir viel sportlichen Erfolg!

Das Interview führte Johannes Markus Stettner

Text und Fotos (c) by NORDICJUMPWORLD

 

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