Olympia wäre ein Traum. Timna Moser im Interview

on Okt 12, 14 • by • with No Comments

Ende August 2014 feierte die erst 14-jährige Timna Moser einen historischen Doppelsieg beim FIS Youth Grand Prix. Die in Oberstdorf ausgetragenen Veranstaltungen waren die ersten internationalen Wettkämpfe für Damen in der Nordischen Kombination. Beim Kongress des Weltverbands FIS in Zürich wurde auch aufgrund...
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Ende August 2014 feierte die erst 14-jährige Timna Moser einen historischen Doppelsieg beim FIS Youth Grand Prix. Die in Oberstdorf ausgetragenen Veranstaltungen waren die ersten internationalen Wettkämpfe für Damen in der Nordischen Kombination. Beim Kongress des Weltverbands FIS in Zürich wurde auch aufgrund dieser Veranstaltung beschlossen ein besonderes Augenmerk auf die Damenwettbewerbe zu legen mit dem Ziel, die nordische Kombination für Frauen auch im Weltcup zu etablieren. NORDICJUMPWORLD sprach mit der sympathischen Österreicherin über ihre sportliche Entwicklung und die Zukunft der nordischen Kombination im Damenbereich.

 

Hallo Timna,

die nordische Kombination war bislang eine Männerdomäne. Ein Sport, der für das weibliche Geschlecht schlichtweg nicht existent ist. Wie kommt man als junges Mädel darauf, diese Sportart zu betreiben?

Moser: In meinem Verein, Nordic Team Absam, war es üblich, dass alle Schispringer auch kombinieren. Das abwechslungsreiche Training mit ganz vielen anderen hat mir immer schon sehr viel Spaß gemacht.

 

Für dein Alter bist du inzwischen ja schon ganz schön unterwegs. Die Schweiz, Deutschland oder Norwegen – um nur einige Stationen zu nennen. Wie schaffst du den Spagat zwischen Sport und Schule?

timna2Moser: Als ich noch die in NMS Völs besuchte, war es manchmal nicht einfach Schule und Sport unter einen Hut zu bekommen, da ich fast jeden Nachmittag trainierte. Ich war sehr froh, dass ich von den Lehrern und dem Direktor große Unterstützung bekam und dass sie Verständnis und Interesse für meinen Sport hatten.

 

Du bist jetzt im Skigymnasium in Stams. Das ist die Eliteförderung für den Wintersport in Österreich. Berühmte Sportler wie Gregor Schlierenzauer haben hier ihren Weg begonnen. Wie gefällt es Dir dort und welche Erwartungen hast du von dieser Schule?

Moser: Mir gefällt es in Stams sehr gut. Sowohl die Schule als auch das Internat sind super. Ich habe mich schon gut eingewöhnt. Da ich die einzige weibliche Kombiniererin bin, trainiere ich immer mit den Burschen. Ich fühle mich in dieser Gruppe sehr wohl, da mich alle nett aufgenommen haben. Die Trainingsbedingungen in Stams sind optimal. Da ich die Matura machen möchte und auch im Sport erfolgreich sein will, ist diese Schule sicher der perfekte Ort für mich. Ich wünsche, dass ich weiterhin meine Ausbildung und mein Training so gut miteinander kombinieren kann.

 

Beim Youth Cup der FIS hast du beide Wettbewerbe gewonnen. Der Weltverband möchte die Sportart für die Damen öffnen und vielleicht auch einen eigenen Weltcup organisieren. Wie siehst du deine Zukunft? Wirst du weiter bei den Kombinierern bleiben oder bist du vielleicht die künftige Konkurrentin von Daniela Iraschko-Stolz?
Moser: Ich möchte sehr gerne bei den Kombinieren bleiben und wünsche mir, dass es bald Weltcupbewerbe für Damen gibt.

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Was ist für dich das Besondere an der nordischen Kombination?

Moser: Mir gefällt das abwechslungsreiche Training. Es ist eine Herausforderung, Schnellkraft und Ausdauer zu kombinieren. Da dieser Sport für Damen noch sehr jung ist, kenne ich fast alle Kombiniererinnen persönlich und es haben sich schon Freundschaften mit Norwegerinnen, Russinnen und Deutschen gebildet. Wir sind immer in Kontakt und hoffen gemeinsam, dass es Bewerbe für uns geben wird.

 

Sicher siehst du dir auch die Wettbewerbe im Weltcup der Herren an. Im Netz habe ich ein Foto mit Dir und Tom Hilde gefunden – der ja Spezialspringer ist. Wer sind deine Vorbilder und warum?

Moser: Meine Vorbilder sind Bernhard Gruber und Lukas Greiderer. Bernhard Gruber ist ein super Kombinierer und seit vielen Jahren immer vorne dabei. Beim FIS-Youth-Cup hat er sich sehr für uns Junge interessiert und immer nachgefragt, wie es uns beim Wettkampf gegangen ist. Das ist sehr motivierend. Lukas Greiderer kenne ich schon seit ich 6 Jahre alt bin. Über seinen Podestplatz beim Sommer Grand Prix in Oberstdorf habe ich mich sehr gefreut.

 

Wie gehts bei Dir jetzt weiter? Was sind deine nächsten Wettkämpfe?

Moser: Nächste Woche werde ich nach Bischofshofen zum letzten Sommerbewerb fahren. Danach bereite ich mich für die Wintersaison vor.
timna4Und wo siehst du die nordische Kombination der Damen in 10 Jahren?

Moser: Ich wünsche mir, dass ganz viele andere Mädchen mit diesem Sport beginnen und wir eine große Gruppe von starken Springerinnen/Langläuferinnen sind. Vielleicht ist es möglich, Damen- und Herrenbewerbe im Weltcup gleichzeitig durchzuführen. Ein Mixed-Teambewerb wäre sicher interessant. Ein großer Traum ist die Teilnahme der Damen bei olympischen Spielen.

 

Danke dir für das unterhaltsame Interview!

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