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NJW exklusiv: Mindestens drei Monate Pause für Tobias Haug

on Feb 3, 15 • by • with No Comments

Tobias Haug stürzte in der Pre-Qualifikation beim Weltcup in der nordischen Kombination am 30. Januar 2015 in Val di Fiemme nach einem tollen Sprung auf 131 Meter. Das Wadenbein des Schwarzwälders war dadurch im unteren Teil gebrochen und das Syndesmoseband ist abgerissen. Er wurde noch am gleichen Tag im...
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Tobias Haug stürzte in der Pre-Qualifikation beim Weltcup in der nordischen Kombination am 30. Januar 2015 in Val di Fiemme nach einem tollen Sprung auf 131 Meter. Das Wadenbein des Schwarzwälders war dadurch im unteren Teil gebrochen und das Syndesmoseband ist abgerissen. Er wurde noch am gleichen Tag im Krankenhaus in Murnau operiert. Nordicjumpworld sprach mit dem Pechvogel, der nun wohl länger ausfallen wird.

 

Hallo Tobi,

zunächst die wichtigste Frage: Wie geht es Dir? Ist die Operation gut verlaufen?

Danke, den Umständen entsprechend gut. Ich bin am Freitagabend noch in Murnau operiert worden und das Wochenende war somit noch mit großen Schmerzen verbunden. Die OP verlief gut und die Ärzte sind mit dem bisherigen Ergebnis zufrieden. Mittlerweile sind die Schmerzen erträglich und ich darf sogar schon mit dem Rollstuhl durch die Klinik fahren.

 

Haben sich deine Kollegen im Team und im Weltcup schon bei Dir gemeldet?

Ja natürlich. Es hat mich sehr gefreut. Sofort kamen viele Nachrichten und Genesungswünsche. Klar aus dem eigenen Lager aber auch von Athleten und Betreuern aus anderen Nationen.

 

Wann kannst du wieder ins Training einsteigen? Was sagen die Ärzte?

Das Training wie unter normalen Umständen ist derzeit noch am weitesten Weg und wohl auch das Ziel/Ende meiner bevorstehenden Zeit. Es steht fest, dass Bänder ca. 8 Wochen brauchen um zu heilen. So lange darf ich meinen Fuß nicht belasten und muss mit Krücken laufen. Nach diesen 8 Wochen beginnt die Reha und dann wird Schritt für Schritt wieder aufbelastet. Dabei sind 3-4 Wochen realistisch.

 

Damit ist die Saison und die WM in Falun für dich wohl gelaufen. Wie groß ist die Enttäuschung?

Fairerweise muss ich sagen, dass ich mit meinen Ergebnissen in diesem Winter auch ohne den Unfall keine Rolle bei der WM gespielt hätte. Somit war die WM für mich eh kein Thema mehr. Die Enttäuschung ist trotzdem groß. Draußen ist tiefster Winter, im Fernseher sieht man die Kollegen springen und laufen und man selbst muss das Bett hüten. Das tut schon erstmal weh.

 

Als Sportsoldat bist du aber finanziell zumindest abgesichert, oder?

Ja da muss ich mir dank der großen Unterstützung der Bundeswehr keine Sorgen machen. Das ist sehr wichtig und dafür bin ich dankbar.

 

Wie war das bei dem Sprung. Was ist da schief gelaufen bzw. welchen Fehler hast du gemacht?

Es kamen leider viele Dinge zusammen die dann zum Sturz führten. Es hat in den Stunden geschneit und somit lag etwas Neuschnee im Aufsprung. Ich bin nach wie vor mit meinem Sprung zufrieden. Das war einer meiner besten Sprünge und dadurch war ich bis zu diesem Zeitpunkt der weiteste und bin in einer Zone gelandet wo eben Neuschnee lag. Ich kam mit viel Geschwindigkeit zur Landung und im letzten Moment vor der Landung war ich leicht verdreht. So konnte ich nicht balanciert landen und stürzte eben sofort.

 

Schauen wir voraus. Wie siehst du mittelfristig deine sportliche Zukunft? Die Konkurrenz in Deutschland in der nordischen Kombination ist ja nicht gerade klein.

Für mich ist die Saison vorbei aber ich kann voraussichtlich pünktlich mit der Vorbereitung für die nächste Saison beginnen. Im nächsten Jahr gibt es kein Großereignis. Ich möchte mein Springen weiterhin verbessern und dieses „Zwischenjahr“ nutzen um Rückstände im Laufen aufzuholen. Das Deutsche Team ist das Stärkste der Welt, deshalb brauche ich diese Zeit. Mein Ziel ist es weiterhin mich so zu etablieren, dass ich 2017 bei der WM und 2018 bei der Olympiade im Team starten darf.

 

Und zum Schluss die obligatorische Frage bei uns: Welche (positive) sportliche Schlagzeile würdest du gerne einmal über dich lesen?

Tobias Haug erlöst die Schwarzwälder vom Schonacher Fluch und gewinnt den Schwarzwaldpokal

Danke Tobi für die Beantwortung der Fragen und alles gute für die weitere Genesung!

Das Interview führte Johannes Markus Stettner für (c) NORDICJUMPWORLD

Nordische Kombination – Val di Fiemme – 02/2015

 

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