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Herausforderungen annehmen – Teil 2 der exklusiven Leseprobe von Mario Stechers Autobiographie

on Apr 14, 15 • by • with No Comments

Nordische Kombination – Exklusiv für Nordicjumpworld gewähren Mario Stecher und sein Verleger Egon Theiner Einblicke in seinen autobiographischen Ratgeber „Ausdauernd erfolgreich“, der am 21. April 2015 im egoth Verlag Wien erscheint. Teil 2/3 unserer exklusiven Leseprobe von beschäftigt sich mit...
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Nordische Kombination – Exklusiv für Nordicjumpworld gewähren Mario Stecher und sein Verleger Egon Theiner Einblicke in seinen autobiographischen Ratgeber „Ausdauernd erfolgreich“, der am 21. April 2015 im egoth Verlag Wien erscheint. Teil 2/3 unserer exklusiven Leseprobe von beschäftigt sich mit dem Stellenwert und den Herausforderungen der Nordischen Kombination und beinhaltet auch Änderungsvorschläge zum Nordic Combined Triple.

Erfahren Sie hier vorab Überraschendes, Faszinierendes und Aufschlussreiches über den Sportler und Menschen Mario Stecher.

Teil 2

Herausforderungen annehmen

Wenn man nun von der großen Bühne der Weltpolitik in die überschaubare Szene der Nordischen Kombination zurückkehrt, kann es leicht geschehen, dass man sich ein wenig dumm vorkommt. Was an einer Sportart kann denn bewegend genug sein, um einen nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen? Wissen Sie etwa, wo Sie waren, als die Nordischen Kombinierer im Jahr 2006 (oder auch 2010) Team-Olympiasieger wurden?

IMG_0520-1Für Außenstehende oder allgemein Sportinteressierte sind diese Ereignisse von minderer Bedeutung. Damit teilt die Nordische Kombination aber lediglich das Schicksal vieler anderer Sportarten, die ebenfalls nicht weltumspannend wahrgenommen werden. Dabei unterliegen wir in unserer Ignoranz jedoch peinlichen Missverständnissen. Wer hier in Mitteleuropa etwa an Cricket denkt, würde wohl eher gelangweilt sagen: „Na ja, das gibt’s halt auch.“ Aber das Gruppenspiel (!) zwischen Indien und Pakistan bei der Cricket-WM 2015 sahen eine Milliarde TV-Zuseher. Beim Fußball-WM-Finale 2014 in Brasilien waren es nur 700 Millionen …

Die Einschaltziffern bei der Nordischen Kombination gehen nicht in dreistellige Millionenbereiche. Aber wir dürfen mit der Entwicklung der Disziplin durchaus zufrieden sein. Die mediale Aufmerksamkeit, die der Kombination entgegengebracht wird, zeigt, dass sie absolut auf dem richtigen Weg ist. Entspannt kann man nie sein, soll man nicht sein. Wie ich als ehemaliger Spitzensportler die Dinge sehe, geht es weniger darum, etwas zu verändern als vielmehr darum, es zu adaptieren. Nehmen wir beispielsweise das „Nordic Triple“ in Seefeld, das eine großartige Idee ist: Im Laufe der nächsten Jahre könnte es sich tatsächlich zu einem Event entwickeln, wie es heute die Vierschanzentournee ist.

Die deutsch-österreichische Springertournee gibt es seit 1953, das „Triple“ aber erst seit 2014. Man muss also abwarten und sehen, wohin der Weg führt. Für mich lautet die entscheidende Frage, ob das sportliche Spektakel nicht Gefahr läuft, vom eigenen Modus ausgebremst zu werden. Dieser sieht nämlich zur Zeit vor, dass die Zeitabstände von einem Tag zum nächsten und dann zum dritten, letzten Tag mitgenommen werden. Theoretisch könnte es also durchaus geschehen, dass der Führende am Sonntag in den abschließenden 15-km-Langlauf bereits mit drei Minuten Vorsprung auf den Zweiten startet. Das gab es bereits in den 1990er Jahren, und es war nicht sonderlich spannend. Wenn aber stattdessen Bonussekunden vergeben werden, so, wie es sie im Radsport für die Zwischensprints gibt, dann kann der Vorsprung der Schnellsten in einem überschaubaren Rahmen gehalten werden, und die Spannung bleibt bis zum Schluss garantiert.

Die große Herausforderung meiner Sportart besteht darin, sich im Wintersport gegen andere Disziplinen zu behaupten. Das ist schwer genug – in einem internationalen Verband, dessen Hauptaugenmerk auf dem alpinen Skisport und dem Skisprung liegt, und in einer Zeit, in der die Angebote für den Sportinteressierten immer größer, die Sendezeiten des Fernsehens zugleich aber nicht mehr werden. Herausforderungen gibt es viele. Ich hoffe nur, dass sich die Verantwortlichen der Nordischen Kombination die Latte nicht zu tief legen.

IMG_7685-1 Wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Man muss Investitionen tätigen, um später ernten zu können. Dies ist im Sport so und auch in der Wirtschaft. Es ist nicht immer einfach. Das Leben in der Komfortzone ist sicher angenehmer als eines, das sich auch außerhalb eines geschützten Raums – ob geistiger oder körperlicher Natur – abspielt. Aber es ist nicht nur weniger spannend, es ist erheblich langweiliger! Berufliche Herausforderungen anzunehmen heißt nicht, dass man sich das Leben schwer machen will. Es heißt im Gegenteil, es lebenswerter zu gestalten.

 

Die Teil 3 dieser exklusiven Leseprobe folgt am Montag, 20. April 2015.

Bitte beachten Sie auch unser Gewinnspiel zur Buchveröffentlichung auf  https://www.facebook.com/nordicjumpworld

(c) NORDICJUMPWORLD – Johannes Markus Stettner – 04/2015 – info@nordicjumpworld.com

 

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