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NJW exklusiv: Horst Hüttel im Interview

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Nordische Kombination – Er ist der „Head of skijumping and nordic combined “ beim deutschen Skiverband und Chairman of the Nordic Combined Comittee beim Weltverband FIS. Wenn etwas auf nationaler oder internationaler Ebene entschieden wird, ist Horst Hüttel dabei. Nordicjumpworld sprach am Rande des...
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Nordische Kombination – Er ist der „Head of skijumping and nordic combined “ beim deutschen Skiverband und Chairman of the Nordic Combined Comittee beim Weltverband FIS. Wenn etwas auf nationaler oder internationaler Ebene entschieden wird, ist Horst Hüttel dabei. Nordicjumpworld sprach am Rande des Sommer Grand Prix mit einer Persönlichkeit, welche die Entwicklung beider Sportarten derzeit entscheidend mitprägt.

 

Hallo Horst, schön dich hier im Erzgebirge zu treffen. Wie haben dir die Wettkämpfe und die Organisation in Oberwiesenthal gefallen?

Horst Hüttel: Jetzt, nach dem ersten Tag (Teamwettbewerb, Anm. der Red.) bin ich teilweise zufrieden mit der Leistung der Athleten. Die Grundschnelligkeit und die Spritzigkeit fehlen noch. Auch in Punkto Technik gibt es noch Möglichkeiten sich zu verbessern. Aber es ist alles noch im grünen Bereich. Oberwiesenthal ist wieder ein toller Gastgeber. Für die Sachsen freut es mich besonders, dass mit dem Bau des neuen Mehrzweckgebäudes nach dem Schanzenumbau vor 2 Jahren der Standort nochmals aufgewertet werden konnte.

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Die Wettbewerbe im Sommer werden ja auch immer dazu hergenommen, Neuerungen für den Winter zu testen. Welche Änderungen sind derzeit in der Planung?

Horst Hüttel: Das Springen wird aufgewertet. Die Punktewertung wurde von 1.5 auf 1.8 für die Sprünge erhöht. Auch bei den Sprunganzügen und den Kontrollen gibt es Änderungen. So können Disqualifikationen bereits vor dem Wettbewerb vorgenommen werden. Ilkka Herola war heute wohl das prominenteste Opfer dieser Regelung.

 

Wohin geht der Weg in der nordischen Kombination? Sind auch neue Wettbewerbsformen geplant? Wie kann die Beliebtheit der Sportart weiter erhöht werden?

Horst Hüttel: Den Organisationskomitees im Winter wird künftig angeboten, einen Sprintwettbewerb ins Programm mit aufzunehmen. Ein Sprung und ein 5 km Lauf. Damit haben die Weltcup-Orte die Möglichkeit mit dem Teamwettkampf, dem normalen Gundersen und dem Sprint 3 Wettkämpfe an einem Wochenende anzubieten. Das Nordic Combined Triple ist und bleibt auf Seefeld fixiert und wird als eigenständiges Event weiter etabliert.

 

Leider ist die nordische Kombination im Fernsehen etwas unterrepräsentiert. Sicher auch, weil die Sprünge meist vormittags, der Lauf eher am Nachmittag stattfindet. Gibt es hier Überlegungen, den Wettbewerb zeitlich zu straffen?

Horst Hüttel: Ein Sprung, 30 Minuten Pause und dann der Lauf. Das ist was möglich ist. Ein kompletter Wettkampf würde dann ca. 1:40 Std. dauern. Das wäre für die Sportler akzeptabel, für die Zuschauer optimal und für das Fernsehen machbar. Wir haben diese Idee bereits vorgebracht und von allen Seiten positive Signale erhalten. Auch die TV-Anstalten sind hiervon durchaus angetan. Wir versuchen dies derzeit für einzelne Weltcup-Veranstaltungen zu realisieren.

 

Im deutschen Skiverband ist die Mannschaft traditionell mit vielen Athleten in der Weltspitze vertreten. Wie siehst du die Entwicklung im DSV für die Zukunft?

Horst Hüttel: Wir haben drei Mal in Folge den Nationen-Cup gewonnen. Das spricht für sich. Das Team bis 2018 steht wohl. Auch die arrivierten Kräfte wie Kircheisen und Edelmann sind motiviert wie eh und je. Hier muss man von Jahr zu Jahr sehen. Dennoch haben Alle unsere vollste Unterstützung. Die Voraussetzungen für TOP-Platzierungen für die nächsten Jahre sind in jedem Fall gegeben. Man muss aber auch berücksichtigen, dass uns, wie den anderen großen Skisportnationen, ein Startplatz im Weltcup genommen wurde, um die schwächeren Nationen zu unterstützen.

 

Wie bist du mit der Entwicklung bei den Frauen zufrieden?

Horst Hüttel: Den Damen stehen alle Türen offen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir diese auch in ihrem eigenen Weltcup sehen. Die tollen Events bislang, vom Schüler-, über den Deutschland- bis zum Nationencup sind richtungsweisend. Die Unterstützung der FIS ist gegeben, wie man auch beim Alpencup in Klingenthal gesehen hat.

 

Das Interview führte Johannes Markus Stettner exklusiv für Nordicjumpworld

 

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