Das nordic combined triple

Fakten: Das nordic combined triple

Die Geschichte

Bereits in der Vergangenheit gab es immer wieder Versuche, die Attraktivität der Sportart nordische Kombination zu steigern. Dabei erfand man manch kurioses Wettkampf-Format, das sich in der Praxis oft nicht durchsetzen konnte. Beim Massenstart wurde beispielsweise zunächst gelaufen und danach gesprungen. Das Penalty Race orientierte sich am Biathlon, dabei wurden fehlende Sprungmeter in Strafrunden umgerechnet. Beim Hurricane Sprint wurde schließlich in einer Art Spiralform gestartet. All diese Formate setzten sich über kurz oder lang nicht durch.

Nach dem Winter 2012/2013 kam man in den Gremien des Weltverbandes FIS um Renndirektor Lasse Ottesen schließlich auf die Idee eines Formats, das an einem einzigen Wochenende ausgetragen werden und als spezielles

Akito Watabe und Bernhard Gruber gewannen die "Weekend Challenge" vor Johannes Rydzek im Sommer 2013 in Oberstdorf

Akito Watabe und Bernhard Gruber gewannen die „Weekend Challenge“ vor Johannes Rydzek im Sommer 2013 in Oberstdorf

Event innerhalb des Weltcups vermarktet werden sollte. Unter dem Arbeitstitel „Weekend Challenge“ testete man diesen neuen Wettkampf beim Sommer Grandprix 2013 in Oberstdorf das erste Mal. An drei Tagen sollten drei Wettbewerbe stattfinden, wobei sich die Schwierigkeit von Tag zu Tag erhöhen sollte. Nach einem Sprung mit anschließendem 5 Kilometer Sprint am ersten Tag und einem Sprung mit anschließendem Gundersen Lauf über 10 Kilometer am 2. Tag, bilden hier 2 Sprünge und ein 15 Kilometer Lauf den Abschluss. Dabei werden die Rückstände der einzelnen Tage jeweils addiert. Der Test in Oberstdorf kam bei den Offiziellen und Zuschauern gut an, so dass beschlossen wurde, dieses Format auch im Winter zu testen. Im Allgäu siegten der Österreicher Bernhard Gruber und Akito Watabe vor Lokalmatador Johannes Rydzek. Im Herbst 2013 wurde dann noch der Name des Wettbewerbs geändert. Aus der Weekend Challenge wurde das nordic combined triple und Seefeld in Tirol sollte der Premierenort der Veranstaltung werden.

 

Der Modus

Beim nordic combined triple wird der Gesamtsieger in drei Wettbewerben an drei Tagen ermittelt. Alle drei Bewerbe gelten als eigener Wettkampf. Folgenden Ablauf sieht der Weltverband FIS vor:

Plakat zum 1. Nordic Combined Triple 2014

Plakat zum 1. Nordic Combined Triple 2014

Tag 1: 1 Sprung und 5 km Langlauf

Tag 2: 1 Sprung und 10 km Langlauf

Tag 3: 2 Sprünge und 15 km Langlauf

Die besondere Spannung des dreitägigen Wettbewerbs besteht im Ausschlussverfahren und in den Zeitvorsprüngen, die jeweils in den nächsten Tag mitgenommen werden: Nur die 50 besten aller gemeldeten Athleten des ersten Wettkampftages dürfen an Tag 2 in den Wettbewerb starten. Nach Absolvierung des Wettkampfsprunges und der 10km Langlaufdistanz des zweiten Tages werden für den entscheidenden Wettkampf an Tag 3 nur noch die 30 besten Athleten zugelassen. Nach Mitnahme des Zeitvorsprungs der Vortage gewinnt derjenige Athlet das nordic combined triple, der als erster die Ziellinie überquert.

 

Der Austragungsort

Die Olympiaregion Seefeld in Tirol/ Österreich beweist sich immer mehr als Nordisches Mekka. Seit Jahren verbessert

Sprung von der Toni-Seelos Schanze mit Blick in die Olympiaregion

Sprung von der Toni-Seelos Schanze mit Blick in die Olympiaregion

die Olympiaregion ihr Nordisches Angebot und beweist Nordische Kompetenz und darf sich zu einer der besten Nordischen Gebiete Europas zählen. Durch die Casino Arena mit den 2 Toni-Seelos Sprungschanzen, den perfekt präparierten Loipen, sowie die Nordische Kompetenz machen die Region zu etwas Besonderem. Hier wird der Nordische Lifestyle gelebt und man steht gemeinsam hinter diesem Format. Dieses Paket macht Seefeld zu einem idealen Standort.

 

Schanzen und Loipe

Die Toni-Seelos-Olympiaschanze ist eine Normalschanze der Kategorie K 99. Die erste Schanze in Seefeld wurde 1931 gebaut und Jahnschanze genannt. Im Jahr 1948 wurde sie dann nach der Skilegende Toni Seelos umbenannt. Nach mehreren Umbauten, vergrößerte man die Anlage im Jahr 2003 zur K90 Schanze. Diese Schanze wurde im April 2010 abgerissen und als K99 Schanze neu erbaut. Der Hillsize der Schanze beträgt 109 Meter. Thomas Diethart sprang hier am 12. Dezember 2010 mit 111 Metern Schanzenrekord (Stand 05/2016) im Springer Weltcup. Marjan Jelenko sprang beim Alpencup der Nordischen Kombinierer am 18.12.2010 114,5 Meter.

Die Langlaufspur der Weltcup Anlage in Seefeld betragt 2,5 km und befindet sich direkt am Auslauf der Schanze. Der größte Teil der Loipe ist einsichtig, nur ein kleiner Teil befindet sich im Waldgebiet. Ein offizielles Bild der Anlage findet ihr hier:

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Punktewertung und Preisgeld

Für den 1. und 2. Tag erhalten die Teilnehmer jeweils 50% der normalen Weltcup Punkte. Das heißt, der Tagessieger erhält 50 Punkte. Am dritten Tag werden dann doppelte Weltcup Punkte vergeben. Hier sind demnach bis zu 200 Punkte möglich.

Beim Preisgeld beim Nordic Combined Triple verhält es sich genauso. Für Tag 1 und 2 werden jeweils 50% des normalen Preisgeldes (8.000 CHF für den Sieger) vergeben. Am letzten Tag wird das doppelte Preisgeld ausgeschüttet. Zusätzlich erhält der Gesamtsieger des nordic combined triple ein extra Preisgeld, welches jährlich neu festgelegt wird.

 

Der Slogan

Anlässlich des 2. Nordic combined triple 2015 rief der Skiweltverband FIS zu einem Wettbewerb auf, einen Slogan

Der offizier lle Triple Slogan

für den Wettbewerb zu entwickeln. Die Teilnahme stand jedem offen und eine Jury der FIS suchte aus den zahlreichen Einsendungen den aus, der am geeignetsten erschien. Auch NORDICJUMPWORLD beteiligte sich mit mehreren Einsendungen an dem Wettbewerb.

Der Slogan von NJW: Three days, two competitions, one champion (alt. one winner) wurde schließlich zum Sieger erklärt und wird seitdem verwendet.

 

Besonderheiten und Kurioses

  • Das nordic combined triple hatte den Arbeitstitel: weekend challenge
  • Der erste Wettbewerb wurde im Sommer in Oberstdorf ausgetragen, als Test für den Winter
  • Eric Frenzel hat nicht nur die ersten drei Auflagen des Wettbewerbs gewonnen, sondern auch alle Tageswertungen
  • Bei der dritten Auflage des Triples gelang es Frenzel, beim abschließenden 15 km Lauf über 1:30 Minuten auf Akito Watabe aufzuholen. Dabei profitierte er auch von einem Sturz des Japaners.
  • Bei diesem Wettbewerb wurde am letzten Tag aufgrund starken Schneefalls nur einmal gesprungen. Hier war Frenzel gestürzt.
  • Bei der ersten Auflage des Triples wurde ein Gesamtpreisgeld über 100.000 Euro ausgeschüttet.

 

Das 1. Nordic combined triple – Januar 2014

Frenzel vor Klemetsen und Moan

Die Premiere des Nordic Combined Triples in Seefeld in Tirol kann man als einen berauschenden Erfolg bezeichnen. Hätte man es nicht besser gewusst, man hätte meinen können, es handle sich um eine deutsch – norwegische Meisterschaft.

(Auszug des Berichts von NORDICJUMPWORLD vom 21. Januar 2014) Der weiteste Sprung am ersten Tag gelang dem Norweger Haavard Klemetsen (104,5 Meter) gefolgt von den beiden Deutschen Eric Frenzel und Tino Edelmann. Die ersten 19 Sportler konntFrenzel Gesamtsieger beim Nordic Combined Tripleen aufgrund ihrer guten Sprünge alle innerhalb 1 Minute auf die Strecke gehen. Bereits nach etwa der Hälfte der ersten 2,5 km hatte Frenzel zu Klemetsen aufgeschlossen und zog an ihm vorbei. Magnus Moan gelang diesmal die beste Laufleistung. Das brachte ihm, nach dem 12. Platz nach dem Springen, am Ende Platz 2 ein. Platz 3 ging wieder an Deutschland, an Tino Edelmann.

Am 2. Tag setzte Frenzel bereits beim Springen mit 110,5 m ein Zeichen, gefolgt vom Norweger Haavard Klemetsen und dem Deutschen Johannes Rydzek. Der musste allerdings mit fast einer Minute Rückstand auf Frenzel und Klemetsen auf die Loipe gehen. Frenzel hingegen wiederholte seinen Start Ziel Sieg. Dahinter konnte Rydzek aufschließen. Diesmal gelang es dem Allgäuer, auch am letzten Anstieg an Moan dran zu bleiben und auf der Zielgerade war er eine Skilänge vorne.

Auch am 3. Tag zeigte Frenzel zu keiner Zeit eine Schwäche. So gelangen ihm auch am letzten Tag zwei ausgezeichnete Sprünge, nur getoppt von Klemetsen. Edelmann und Rydzek starteten dahinter. So ging Frenzel 10 Sek. hinter Klementsen auf die Laufstrecke, er lief aber schnell zum Norweger auf und überholte ihn. Klemetsen selbst konnte einige Zeit den Anschluss halten, musste dann aber abreisen lassen. So konnte Frenzel Runde um Runde im Triumph ziehen. Dahinter ging es hoch her, hier wurde taktiert und die Führung wechselte immer wieder zwischen Klemetsen, Moan, Rydzek und Edelmann. Am Ende konnte Klementsen seinen zweiten Platz verteidigen, dicht gefolgt von Moan.

 

 

Das 2. Nordic combined triple – Januar 2015

Frenzel vor Klemetsen und Watabe

(Auszug des Berichts von NORDICJUMPWORLD vom 18. Januar 2015) Was für ein spannendes Rennen und was für ein Finale des nordic combined triple in Seefeld. Durch zwei sehr gute Sprünge hatte sich der Norweger Haavard Klemetsen vor dem 15 km Rennen einen Vorsprung von über 1:30 Minuten erarbeitet. Bernhard Gruber und Eric Frenzel folgten auf den Plätzen 2 und 3. Kurz hinter den Beiden dann ein starkes Läuferfeld um Fabian Riessle, Johannes Rydzek, Akito Watabe, Jan Schmid und Fabian Steindl.

Stück für Stück kam das Duo Frenzel/Gruber dem Führenden näher, nach der Hälfte der Strecke war der Vorsprung bereits auf 30 Sekunden geschrumpft. Nach Kilometer 10 dann eine Art Vorentscheidung. Frenzel konnte sich von Gruber trennen und schloss zu Klemetsen auf. Gruber musste kämpfen. Ihm schien die Luft auszugehen.frenzel_seefeld_2015

Klemetsen und Frenzel, die beiden Ersten des vergangenen Jahres teilten sich die Führungsarbeit und ein Quartett um Rydzek, Schmid, Riessle und Watabe holten Gruber ein, blieben aber rund 25 Sekunden hinter dem neuen Führungsduo zurück. Einen Anstieg zwei Kilometer vor dem Ziel nutzte dann Eric Frenzel aus um an Klemetsen vorbei- und davonzuziehen. Diesen Vorsprung gab der im Weltcup Führende bis zum Ziel nie mehr aus der Hand. Eric Frenzel ist also erneut der Dominator von Seefeld und verteidigt seinen Triple Titel. Die nordische Kombination hat ihren Champion zurück.

 

Klemetsen konnte seinen 2. Platz halten, Watabe erreichte im Zielsprint als Dritter das Ziel. Rydzek, Schmid und Riessle kamen auf die weiteren Plätze.

 

Das 3. Nordic combined triple – Januar 2016

Frenzel vor Watabe und Riessle

(Auszug des Berichts von NORDICJUMPWORLD vom 1. Februar 2016) The winner takes it all. Akito Watabe konnte einem am Ende richtig leid tun. Der sympathische Japaner hatte 1,5 km vor dem Ende noch knapp 20 Sekunden IMG_9144-1Vorsprung und gewann trotzdem nicht. Das hatte 2 Gründe. Watabe war „blau“ und schleppte sich nur noch in Richtung Ziel. Schuld daran war wohl auch ein Sturz, der ihm wertvolle Sekunden raubte. Auch Eric Frenzel war gestürzt, das aber schon bei seinem Sprung. Glücklicherweise trug er keine Blessuren davon, sondern startete auf der Strecke mit reichlich Wut im Bauch. So motiviert holte er alles aus seinem Körper heraus und holte nicht nur eine knappe Minute Rückstand auf, sondern ließ Watabe kurz vor der Zielgeraden förmlich stehen. Der 11. Sieg in Folge in Seefeld bedeutete gleichzeitig das „Triple triple“ – der 3. Sieg in Folge beim nordic combined triple in Seefeld/Tirol. Mit großem Abstand entschied Fabian Riessle den Schlusssprint um Platz 3 für sich.

 

 

Das 4. Nordic combined triple – Januar 2017

Die 4. Auflage des nordic combined triple ist für das Wochenende vom 27. bis 29. Januar 2017 in Seefeld/Tirol terminiert.

 

To be continued

 

© Fotos und Texte: Nordicjumpworld – Johannes Markus Stettner – 05/2016

 

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